„Official Office“ – internationale Videokunst auf kleinem Raum (Review)

Now screening on S T O R E´s, Recess´s, Konstanet´s and SOMA’s office shelves:
as part of S T O R E´s program “window”: Poolboy (2014) by Sven Wiesner

Eröffnung 26. 03. 2015 im STORE

Die Eröfffnung der Ausstellung „Official Office“ im Dresdner Kunstraum STORE zeigt den Betrachter_innen, dass man nicht immer auf digitalen Schnick-Schnack zurückgreifen muss, um kluge Kunst zu produzieren, die gleichzeitig international vernetzt ist.
Das „Official Office“ Set-up, bestehend aus einem Ikea-Regal mit kleinem Monitor, einer nett angerichteten Blumenvase und einer Uhr mit lokaler Zeitangabe, innheralb der heimischen Gefilde der Betreiber des Stores, ist gleichzeitig ein und dasselbe Set-up in Büroräumen verschiedener Kunsträume der jeweilig teilnehmenden Künstlergruppen in New York (Recess), Mexiko (SOMA) und Estland (Konstanet). Gleiches wurde im letzten Jahr bereits initiiert, wobei die Künstlergruppe SOMA aus Mexiko neu hinzugewonnen werden konnte. Ein Archiv der Videos sowie Fotos der einzelnen official office-Raumsituationen findet sich hier: recessanalog.org. Im Verlauf dieses Jahres kommen weitere Kunsträume hinzu.
Das durch Konstanze Schütze und Paul Barsch kuratierte Set-up „window“ wird durch Sven Wiesners Video Poolboy (2014) komplettiert, wobei sich der Künstler im strömenden Regen an einem Schlammberg abarbeitet, um in physischer Anstrengung diesen zu verlagern (Video und Erklärung Siehe Link). Diese Arbeit läuft auch innerhalb ihrer Öffnungszeiten der anderen Räume zeitversetzt, so dass über den internationaler Austausch der Arbeiten hinweg die unterschiedliche Betrachtungsweise – gegeben als kulturelle Differenz der Betrachter – als gemeinsamer Nenner der „Office-Kooperative“ zu benennen ist. Weitere Videoprogramme der kuratierten ‚Offices‘ werden im Rotationsverfahren gezeigt.
Wie es der Name „Official Office“ bereits verheißt, werden die Arbeiten bewusst nicht in den Ausstellungsräumen gezeigt. Darüber hinaus verbleit die Präsentationsfläche sehr klein und kann in jede Nische untergebracht werden. Die gezeigten Videos und das Set-Up verbleiben als dekoratives Element in den Arbeitsräumen und geben etwas von ihrer exklusiven Ästhetik auf, die sie sonst innerhalb üblicher Ausstellungsfläche gehabt hätten. Ferner garantiert die physische Präsenz der einzelnen strukturell gleichen aber dennoch individuellen „Official Office“ Büro-Setups ein ‚analoges‘ Betrachtungserlebnis und unterscheidet sich so von rein digitalen Videoplattformen im WWW. In gewisser Weise wird den Arbeiten nicht ein Kunst- sondern ein Unterhaltungswert zugestanden. Es ist die Art der Unterhaltung, die in dem Video „The Nature Channel“, das von Ann Chen and „The Nomadic Departement of the Interior“ kuratiert wurde, wortwörtlich anklingt. So entsteht eine Bootleg – Broadcast – Erfahrung, ein Scheinbild eines gemeinsamen Seherlebnisses wie sie Live-TV-Angebote versprechen.
Official Office versteht sich als einfach zu bedienendes und zu installierendes, internationales Austauschprogramm für Kunst, welches es den teilnehmenden unabhängigen Kunsträumen ermöglicht, ohne großen (finanziellen) Aufwand eine Basis und Schnittstelle für junge (Video-) Kunst zu schaffen.

List der Arbeiten:

Now screening on S T O R E´s, Recess´s, Konstanet´s and SOMA’s office shelves:
as part of S T O R E´s program “window”: Poolboy (2014) by Sven Wiesner

as part of Recess´s program: “The Nature Channel”, curated by Ann Chen and The Nomadic Department of the Interior (NDOI).

as part of Konstanet´s program “Digital Peripheries I”:
Running Soldier (2014) by Vytautas Jouzėnas, Vida Strasevičiūtė and Raiko Suits
State of Cloud (2014) by SKATKA

as part of SOMA’s program, “Incorporeidad / Incorporeality,” curated by Kristin Reger
Sigo Estando Vivo (2014) by Daniela Bojórquez Vértiz

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