Templin, Nizza und Wohnstube – 13 neue Ölbilder von Michael Ebel


Templin, Nizza und Wohnstube – 13 neue Ölbilder von Michael Ebel

Vernissage 14.11. ab 19 Uhr

Finissage 25.11. ab 19 Uhr

Die Ausstellung Templin, Nizza und Wohnstube zeigt neue Ölgemälde des Künstlers Michael Ebel. Auf ironische Art und Weise nimmt er uns mit auf die Reise zwischen seinem brandenburgischen Geburtsort Templin über die sonnige französische Hafenstadt Nizza zurück in seine Wohnstube. Selbstreferentiell erzählen seine Arbeiten von privaten Erlebnissen, die er vorerst als Schnappschuss mit seiner Kamera festhält oder im Bilderarchiv der Familie aufspürt. Diese fotografischen Serien überträgt er anschließend ausschnitthaft auf Leinwand, jedoch wird offensichtlich, dass Ebels Blick durch die Kamera ein anderer ist, als jener auf die Leinwand.

Während uns das besondere Licht Nizzas am Strand durch eine orange Sonne entgegenlächelt, streift Ebel mit seinen Kumpanen mal erwachsen mal als Kind durch die menschenleeren, im pinken Abendlicht erleuchteten Straßen Templins. Melancholisch lächeln uns Fratzen aus dunklen Räumen entgegen, welche familiäre Gruppenfotos in der eigenen Wohnstube nur noch erahnen lassen. Comicartige Masken, rosarote Brillen und gläserne Astronautenhelme schieben sich vor die individuellen Gesichtszüge der Protagonisten.

Dem großen Star der Maskerade widmet Ebel das Eingangsbild der Ausstellung. Game Bowie spielt mit Motiven der Populärkultur – während der in seinen Game Boy vertiefte Junge mit David Bowie Maskierung Kindheitserinnerungen der 90er Jahre hervorruft. Verfremdet wirken Ebels Protagonisten neben den – teilweise ebenso unheimlich verzerrten Gesichtern – auch durch die knallige Farbigkeit sowie Kleidungsstücke, welche durch ihre Flächigkeit den Körper abstrahieren und diesen auf die Zweidimensionalität der Leinwand herunter brechen.

Starke Umrisslinien erinnern an Comiczeichnungen ebenso wie grinsende Sonnen und Laserstrahlen, die dem badenden Laser-Lars aus dem Auge schießen.

Mit Ironie tritt Ebel in seinen Gemälden in einen Dialog mit sich selbst. Aber auch der Betrachter wird Teil seiner prozesshaften Reise durch Kindheit und Jugend, da man das Flanieren in der brandenburgischen Einöde ebenso imaginieren kann, wie den Urlaub am Strand, an dem am Ende des Tages selbst die Sonne vor Langeweile angewidert drein schaut. Diesem scheinbar melancholischen Blick auf die Orte widerspricht das fröhliche Gemeinschaftsgefühl, das die Protagonisten ausstrahlen. So wird der Ort Templin im Zusammentreffen mit den Freunden – gesehen durch pinke Brillen und Glashelm – zum Raum, dessen Identität plötzlich sekundär erscheint. Templin, Nizza und Wohnstube zeigt so also, entgegen der Erwartung des Betrachters, mehr Bildraum als der Titel verspricht.

Datum/Zeit
Date(s) - 14/11/2014 - 25/11/2014
7:00 pm

Veranstaltungsort
Hole of Fame
Königsbrücker Str. 39
Dresden


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